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- 27.6.2011: Drama um Mieterverein Potsdam geht weiter
- 4.5.2011: Mieterverein Potsdam: Gefahr der Diktatur zunächst gebannt
- 13.1.2009: Infobrief für Vereine und Chronisten
- 5.5.2008: Potsdam - über 13 Brücken erreichbar
- 27.4.2008: Aufruhr in "Klein Holland"
- 15.4.2008: Das Neueste vom Immobilienmarkt?
- 11.4.2008: "Linke Barbarei" bei Stadtschlossabbruch
- 9.4.2008: Potsdams Ersterwähnung
- 9.4.2008: Gartenstadt zwischen Tradition und Moderne
- 9.4.2008: Eine Stadt zum Leben
Archiv der Kategorie Architektur
Das Neueste vom Immobilienmarkt?
15.4.2008 by Dr. Volker Punzel.
Was war die Nachricht, die Volkmar Klein den Lesern der MAZ am 15. April 2008 auf S. 13 übermitteln wollte? “Die geringe Wohnungsbautätigkeit in Potsdam wird sich in beschleunigt steigenden Mieten und Kaufpreisen niederschlagen. Zwischen jährlich 2,2 und 2,5 Prozent Anstieg prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut Feri Rating & Research für alle Segmente des Wohnungsmarktes. … Bei neuen Wohnungen werde sich die durchschnittliche Nettokaltmiete bis 2009 auf 7,10 Euro je Quadratmeter erhöhen. Bei Altbauten werde sie auf 5,70 Euro steigen.” Nun gut, wieder hat ein Unternehmen festgestellt, dass die Mieten in Potsdam steigen werden. Das hat aber Wolfgang Jöntgen, Immobilienexperte im Vorstand der Mittelbrandenburgischen Sparkasse bereits in “FOCUS” 12/2008, S. 70, festgestellt. Angesichts der über dem aktuellen Angebot an Wohnraum hinaus gehenden Nachfrage erwartet er “überwiegend steigende Mieten und Kaufpreise”. Die aktuellen Preise für eine Eigentumswohnung in Potsdam gibt FOCUS im gleichen Heft mit 1.030 EURO (einfache Lage), 1.340 EURO (mittlere), 2.020 EURO (gehobene) und 3.160 EURO (sehr gehobene Lage) je Quadratmeter an. Die Immobilienspezialisten von Feri Rating bezifffern sie für 2008 mit 1.746 Euro und für 2016 mit 2.100 Euro je Quadratmeter. Für welche Lage diese Preise gelten, ist aus dem MAZ-Beitrag jedoch nicht zu erfahren.
Das ist auch logisch, denn Volkmar Klein hatte offensichtlich nur die Pressemitteilung von Feri Rating & Research zur Verfügung. Und die sollte nicht zuviel verraten, sondern lediglich das Interesse an Mehr wecken. Dieses Mehr-Wissen ist auch zu haben, aber nicht preiswert. Wer das Immobilienmarkt-Dossier über Potsdam (Stand: 31.3.2008) sein Eigen nennen will, muss 1.500 Euro hinblättern. Also dann los, und das Dossier erworben. Denn das war die Nachricht, die Feri Rating eigentlich übermittelt sehen wollte.
Vielleicht muss man soviel Geld aber nicht hinblättern, um sich zu informieren. Vielleicht ist es besser, sich vor Ort zu informieren. Denn die einheimischen Immobilienspezialisten leben vielfach in diesem Markt und tagtäglich mit ihm. Und die sollten doch wohl besser in der Lage sein, konkretere Auskunft zu geben, als ein in Bad Homburg, Paris, London und New York ansässiges Unternehmen.
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Eine Stadt zum Leben
9.4.2008 by Dr. Volker Punzel.
Wohnen in Potsdam. Eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet sich da an. Über 150.000 Menschen nutzen derzeit die Chance, zwischen historischen Gartenkunstwerken und Bauten, zwischen weiträumigen Wasserflächen und bewaldeten Höhenzügen, in einer immer lebendiger und attraktiver werdenden, doch trotzdem genügend Ruhezonen bietenden Stadt zu leben. Historische Stadtquartiere des 18. Jahrhunderts, Villenviertel des 19. Jahrhunderts, Vorstädte mit Gründerzeitbauten, Landhausbauten der 20er und 30er Jahre, Plattenbauviertel der DDR-Zeit und modernste Wohnarchitektur internationalen Formats - all das hat Potsdam zu bieten. Und mit zunehmender baulicher Erneuerung der Stadt werden die Angebote vielfältiger.
34 Prozent des Potsdamer Stadtgebietes werden von Gebäuden und Freiflächen belegt. Auf Grünanlagen, Wald, Gewässer und landwirtschaftlich genutzte Flächen verteilen sich die restlichen 66 Prozent. In keiner anderen Landeshauptstadt Deutschlands hat jeder Einwohner soviel Fläche zur Verfügung, um sich zu erholen oder um allein sein zu können.
Die Vision nach dem Schönen, Geborgenen verstärkt sich in einer Gesellschaft, die der Kälte des Unpersönlichen entflieht, die Umwelt bewusster erleben will. Die Tradition der großen Architekturideen zu pflegen und die Vision Potsdam weiter zu treiben - Potsdam ist bemüht, diese Triebkraft zu nutzen. Liebevoll restaurierte historische Bauten wurden zum Domizil neuer Mieter. In den Erdgeschossen der Innenstadthäuser entwickelt sich ein breit gefächertes Angebot von Geschäften und gastronomischen Einrichtungen. Etwa 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt wuchs auf dem Kirchsteigfeld ein Wohnquartier heran, das neue urbane Qualitäten offeriert. Mehrere international renommierte Architekten waren an seinem Entstehen beteiligt und schufen mit ihm eine Klammer zwischen den Plattenbausiedlungen aus der Zeit vor 1989 und dem westlich des Neubaugebiets gelegenen, historisch gewachsenen Straßendorf Drewitz.
Potsdam ist eine Stadt der Kieze und Wohnquartiere, von separaten Stadtteilzentren. Das garantiert Überschaubarkeit und Individualität. Mit den neu entstandenen Einkaufsmärkten erhöhte sich auch in dieser Richtung die Lebensqualität. Weitere Einkaufsmöglichkeiten sind im Bau bzw. geplant.
Im Stadtzentrum ist Potsdam, dank der für die Öffentlichkeit erschlossenen Höfe, eine Stadt der kurzen Wege. Das gut ausgebaute und sich weiter ausdehnende Netz des innerstädtischen Öffentlichen Personennahverkehrs garantiert zügige Verbindungen zu und zwischen dem Zentrum und den sich in 6 bis 10 km Entfernung darum gruppierenden Stadt- bzw. Ortsteilen. Die S-Bahnanbindung und mehrere das Stadtgebiet querende Strecken der Deutschen Bahn AG sowie eine ausgedehntes Netz von Regionalbussen sichern ein schnelles Fortkommen nach und von Berlin, in das Umland Potsdams sowie in weite Teile Deutschlands.
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Architekturmuseum Potsdam
6.4.2008 by Dr. Volker Punzel.
Zwischen bewaldeten Endmoränenhöhenzügen und um Ufer des gemächlich dahin fließenden und sich in großen Seen ausbreitenden Flusses Havel liegt eines der größten Freiland-Architekturmuseen der Welt: Potsdam. Kaum eine Stilrichtung europäischer Architektur ab dem 17. Jahrhundert, die hier nicht vertreten. Und wie zahlreich die Bauten, deren Originale in verschiedenen Ländern Europas und außerhalb unseres Kontinents zu finden sind.
NIEDERLANDE
Die engen dynastischen Beziehungen zwischen den Herrschaftshäusern der Hohenzollern und der Oranier hatten zur Folge, dass der für Holland typische Baustil auch in Potsdam heimisch wurde. Das Jagdschloss Stern ließ Friedrich Wilhelm I. gewissermaßen als Pilotprojekt für den ab 1733 erfolgenden Bau eines kompletten Stadtquartiers in holländischer Backsteinbauweise errichten. Das mit seinen roten Fassaden, kleinen Fenstern und teilweise mit Portaldekorationen geschmückten Eingängen lockende Holländische Viertel ist heute (und das erst seit ca. 1997) ein Magnet für die Einwohner Potsdams und die Besucher der Stadt.
ITALIEN, FRANKREICH
Friedrich II., König Preußens von 1740 bis 1786, beeinflusste Kraft seiner Persönlichkeit und auf Grund seiner künstlerischen und politischen Vorstellungen die Architekturentwicklung in seiner Residenzstadt Potsdam in entscheidender Weise.
Potsdamer Bürgerhäuser ließ der König mit Fassaden nach ausländischen Vorbildern errichten. Als Vorlagen dienten ihm u.a. Stiche von Palladio und Piranesi.
Der vom römischen Pantheon abgeleitete Rundbau findet sich wieder in der Kuppel über dem Marmorsaal von Schloss Sanssouci oder in ausgeprägter Gestalt als 1752/53 errichtete Französische Kirche am Bassinplatz. Das Brandenburger Tor, Potsdams Stadttor Richtung Westen, hat sein Vorbild in einem antiken Triumphbogen.
ENGLAND
Das Aussehen des Nauener Tores geht auf den im 18. Jahrhundert von Großbritannien auf den Kontinent übergreifenden Stil der Neogotik zurück. Das Londoner Schloss Whitehall erkennt der nach Potsdam kommende Brite schnell als Fassadenvorlage für die Hiller-Brandtschen Häuser in der Breiten Straße. Howard Castle in der Nähe des englischen Kleinods York stand Pate für die Gestaltung der Gartenansicht des Neuen Palais. Die Pagode von Kew Garden in London beeinflusste gestalterisch den Bau des Drachenhauses am Klausberg.
Im englischen Cottage-Stil errichtet wurden am Anfang des 20. Jahrhunderts die Kriegsschule auf dem Brauhausberg (heute: Sitz des Landtages vorn Brandenburg) sowie das Schloss Cecilienhof im Neuen Garten.
CHINA
Chinesische (oder japanische?) Atmosphäre sollte das Chinesische Haus im Park Sanssouci verbreiten.
ÄGYPTEN
Friedrich Wilhelm II., Nachfolger von Friedrich II., und romantisch veranlagt, hielt es mit ägyptischer Architektur. Sein Onkel hatte mit dem Obelisk am Haupteingang zum Park Sanssouci und mit den Säulen des Neustädter Tores in der Breiten Straße die ersten ägytischen Bauwerke in Potsdam errichten lassen. Friedrich Wilhelm II., einem Trend seiner Zeit folgend, ließ im Neuen Garten eine Pyramide bauen, die künstlerische Hülle eines Eiskellers. Die mit einer Sphinx und ägyptischen Königsstatuen ausgestattete Schaufassade der 1791 bis 1793 von Carl Gottfried Langhans entworfenen Orangerie stellt den Höhepunkt dieses Architekturtrends dar.
RUSSLAND
Friedrich Wilhelm III. (König von 1797 bis 1840) verdanken wir einen geschlossenen Komplex russischer Fachwerkarchitektur des beginnenden 19. Jahrhunderts - die Russische Kolonie “Alexandrowka” im Norden Potsdams - unweit des Neuen Gartens. Nach dem 1825 verstorbenen Zaren Alexander benannt, wurde die Siedlung 1826 angelegt. Bewohner der Häuser waren die letzten zwölf russischen Sänger eines ehemals aus 62 Soldaten bestehenden Chores. Die Soldaten waren während des napoleonischen Rußlandfeldzuges gefangen genommen und im Ergebnis des späteren preußisch-russischen Militärbündnisses bei der preußischen Armee belassen worden. Überragt wird die Russische Kolonie vom Zwiebelturm der auf dem Kapellenberg stehen Russsich-Orthodoxen Kirche “Alexander Newski”.
BÖHMEN
Ihre Heimat in Böhmen hatten die Weber und Spinner, die sich ab 1750 in Potsdam ansiedelten und die Kolonie Nowawes entstehen ließen. Heute gehört das aus einstöckigen Häusern bestehende Quartier zum Potsdamer Stadtteil Babelsberg.
SCHWEIZ, BAYERN, NORWEGEN und noch viel mehr
Eine Siedlung aus Häusern im Schweizer Stil ist im unterhalb des Babelsberger Parks romantisch liegenden Klein Glienicke zu sehen. Das “Bayerische Haus” in der Pirschheide vor den Toren Hotels beherbergt heute ein Hotel. Die aus norwegischen Blockhäusern in der Regierungszeit von Kaiser Wilhelm II. (1888 bis 1918) am Ufer des Jungfernsees erbaute Matrosenstation Kongsnaes soll wieder ihr Hauptgebäude am Wasser erhalten. Die heute noch bewohnten Holzhäuser überdauerten auch die Zeit des Mauerbaus.
Das “Architekturmuseum Potsdam” ist eine museale Einrichtung, deren Gestaltung nie zum Abschluss gelangt. Bis in die heutige Zeit wurden und werden Bauten hinzugefügt, die von der Meisterschaft von Architekten aus anderen Ländern Europas und von außerhalb des Kontinents zeugen.
International besonders vielfältig zusammen gesetzt war das Team, das das Wohngebiet “Kirchsteigfeld” entwickelte. Österreicher arbeiteten mit Deutschen, Italienern und Amerikanern zusammen.
Im Büro des in Venedig beheimateten Architekten Augusto Romano Burelli entstanden die Entwürfe für die Seniorenresidenz in der Burgstraße sowie für verschiedene Stadtvillen.
Der franzöische Architekt Rudy Ricciotti zeichnete gestalterisch für den größten innerstädtischen Konzertsaal Potsdams, den Nikolaisaal, verantwortlich.
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