Drossbach, Paul Ferdinand

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Paul (Ferdinand) Drossbach (*  12. August 1900 Freiberg (Sachsen); † 1974 in München.

Leben

Kindheit und Jugend

Sohn des Chemikers und Fabrikbesitzers Dr. Georg Paul Drossbach (1866–1903) und dessen Frau Clara Felicitas geb. Wendt (*1870 Hermannstadt, verheiratet seit 1891). Bruder des Chemikers Otto Drossbach. 1896 Übersiedlung der Familie nach Sachsen; Vater gründete 1896 in Deuben bei Freital eine Chemische Fabrik, die 1899 nach Freiberg verlegt wurde; die verwitwete Mutter ließ sich mit den sechs zwischen 1892 und 1900 geborenen Kindern in Freiberg nieder. 1907 bis 1910 Erste Knabenbürgerschule zu Freiberg, 1910 bis 1916 Oberrealschule zu Bautzen, dann Oberrealschule zu Erfurt; Juni bis Dezember. 1918 Heeresdienst beim Jäg. Reg. zu Pferde 2, Langensalza; Abitur Juni 1919.

Ausbildung

Studierte Hüttenwesen an der Bergakademie Freiberg seit Wintersemster 1919. Abschluss 1925 als Dipl.-Ingenieur. Dissertation: „Titrimetrische Bestimmung des Aluminiums und Eisens mittels Basen auf der Grundlage der Messung der Wasserstoffionenkonzentration“ (118 S.); Dr.-Prüfung an der TH Dresden 1926, Dr.-Diplom vom 31. Juli 1926; Dr.-Ingenieur.

Tätigkeit in Lautawerk

August 1925 bis Januar 1932 Anstellung bei den Vereinigten Aluminium-Werken, Lautawerk. 1930 für das Lautawerk Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlage der Tonerdefabrik in Porto Marghera bei Venedig. Am 20. Januar 1932 Entlassung aus den Aluminium-Werken „aus politischen Gründen“, vermutlich wegen seiner aktiven Tätigkeit in der NSDAP.

Mitglied der NSDAP seit Mai 1931: Amtsverwalter. Seit Januar 1932 NSDAP-Ortsgruppenleiter Lautawerk, zugleich NSDAP-Kreispropagandaleiter des Kreises Calau. Von März 1933 bis 15. Oktober 1933 kommissarischer Amts- und Gemeindevorsteher von Lauta. Im Oktober 1933 Wiedereinstellung bei den Aluminium-Werken. Bis zum 1. Juli 1936 dort als beratender Ingenieur tätig sowie zugleich an der TH Stuttgart im Laboratorium für physikalische Chemie und Elektrochemie.

Wissenschaftliche Tätigkeit

Ab Nov. 1936 im Institut für Elektrochemie der TH Dresden mit Versuchen zur Klärung der Vorgänge bei der Schmelzflusselektrolyse beschäftigt. 1938 Habilitation aufgrund der Schrift „Beitrag zur Kenntnis der Elektrolyse geschmolzener Salze“. Ab Juli 1938 an der Technischen Hochschule Berlin, zunächst als Assistent. 1944/45 Dozent an der Fakultät für Allgemeine Wissenschaften, Institut für Technische Elektrochemie. 1946 Entlassung an der Th Berlin aufgrund seiner Mitgliedschaft in der NSDAP und seiner aktiven Tätigkeit im Dritten Reich. Siehe dazu: Mitglieder des Lehrkörpers der TH Berlin, die infolge ihrer Zugehörigkeit zum Nationalsozialismus ausgeschieden sind, ca. 1946. In: Archiv der Technischen Universität Berlin 101-38/A 612.

Nach 1945 in München. Zuletzt Professor für Physikalische Chemie an der TU München.

Publikationen

Zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wie „Metall und Erz“, „Elektrochemie“ u.a.; Buch: "Elektrochemie geschmolzener Salze“, 1938 (Springer)


Verheiratet ab 1926 mit Johanna Magdalene von Müllenheim-Rechberg. Nachruf auf Paul Drossbach veröffentlicht in Chemiker-Zeitung, Jg. 98 (1974).


Quellen

J 1928; J 1941; Nr. 15299, Bl. 87–119, 204, 215–223, 225–229, 234–235; Nr. 15870; TH Berlin, Vorlesungsverzeichnis für WS 1944/45 und SS 1945