Katholische Kirche

Aus Presseclub Potsdam
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Vorgeschichte

Bis 1918 gehörten die wenigen in Lauta-Dorf lebenden Gläubigen katholischen Glaubens zur Pfarrei Senftenberg. Mit dem Bau des Lautawerkes erhöhte sich ihre Zahl stark. Unter den zum Bau des Lautawerks in die Lausitz geholten Arbeitern, Angestellten und Beamten waren etwa 800 Katholiken.

Mit Schreiben vom 17. September 1918 teilte das Fürstbischöfliche Amt in Breslau dem Kuratus der seit dem 13. Januar 1906 bestehenden Kuratie Hoyerswerda mit: "Vom Hochwürdigsten Herrn Fürstbischof wird beabsichtigt, die bisherige Kuratie Hoyerswerda zur Pfarrei zu erheben. Der Pfarrsprengel soll den bisherigen Kuratiebezirk umfassen, außerdem noch zwecks besserer Wahrnehmung der Seelsorge auf dem Lautawerk die aus der Pfarrei Senftenberg/NL auszupfarrende und nach Hoyerswerda einzupfarrende Gemeinde Lauta/Krs. Calau. Einwendungen hiergegen sind bis Montag den ..... (NB! Gemeint ist der Montag nach dem zweiten Vermeldesonntage !) beim hiesigen Kuratialamt schriftlich oder zu Protokoll anzubringen. Spätere Einwendungen finden keine Berücksichtigung." Wegen der Einpfarrung der Gemeinde Lauta bedurfte es aber eines zustimmenden Beschlusses des Kirchenvorstandes. Dieser musste umgehend erfolgt sein.

Am 6. November 1918 erhob der Fürstbischof von Breslau Adolf Bertram die Kuratie Hoyerswerda zur Pfarrei. Am 9. Mai 1919 erhielt diese Veränderung auch die staatliche Zustimmung. Sie basierte auf einem Erlass des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 14.04.1919 (G II Nr. 8237).

Auf der Sitzung des Vorstandes der Pfarrei "Heilige Familie" vom 13. November 1919 standen die Finanzen der Gemeinde im Mitelpunkt.Zu Deckung der Ausgaben wurde beschlossen, "ab 01.04.1920 in der ganzen Pfarrgemeinde einschl. Lauta Kirchensteuern" zu erheben. Mit der Eintreibung der Kirchensteuern in Lautawerk und Lauta-Dorf wurde auf der Sitzung des Kirchenvorstandes vom 19. September 1920 der Küster Josef Postulka beauftragt. Die Katholiken von Laubusch und Erika wollten die Steuerzahlung umgehen und schlugen dem Kirchenvorstand im Oktober 1920 vor, "anstelle der Kirchensteuer eine Abfindungssumme von 8 Mark/katholischen Steuerzahler ab Steuerjahr 1920/21 zu zahlen". Das Anliegen wurde offensichtlich positiv beschieden.

Auf der Sitzung des Kirchenvorstandes am 26. Februar 1922 ging es erneut um die heikle Frage der Finanzen. Mit dem nachfolgenden Beschluss wurde eine Regelung für den Zeitraum 1921/22 getroffen.

"Endgültiger Kirchensteuerzuschlag für 1921.

Bei Unzulänglichkeit der Kirchkasse sind in der Kirchgemeinde Hoyerswerda u. Lautawerk im Rechnungsjahre 1921/22 zur Befriedigung der kirchlichen Bedürfnisse und zu Zuschüssen zu Gehaltszahlungen der Geistlichen erforderlich

1. zur Befriedigung der kirchlichen Bedürfnisse 20.776 Mark

2. Zuschüsse zu Gehaltszahlungen der Geistlichen 37.600 Mark.

Dieser Betrag soll durch Umlage von den Mitgliedern der katholischen Kirchengemeinde in HoyerswerdaLautawerk erhoben werden. Den Maßstab für die Verteilung der Umlage bildet die Reichseinkommenssteuer von 1920. Frei vom Zuschlag bleiben die Steuersätze unter 100 Mark. Das Steuersoll für die Katholiken beträgt in Hoyerswerda rd. 400.000 Mark, Anteil Lautawerk 200.000 Mark, aufzubringen sind 30.000 Mark. Mithin sind 5% Zuschlag zur Reichseinkommenssteuer zu erheben. Zugleich wird beschlossen, für das Steuerjahr 1920 einen Zuschlag zur Reichseinkommenssteuer 1920 in der Höhe von 4%, bei Mischehen 2% zu erheben, ausschließlich der Reichseinkommenssteuer unter 100 Mark jährlich."

Am 4. Oktober 1922 erörterte der Kirchenvorstand das Thema "Ansiedlungsverhandlungen in Lautawerk". Dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Metzner, wurde die Vollmacht zur Besprechung im Lautawerk erteilt. Vermutlich ging es hierbei um den Bau einer Kirche für die in Lautawerk lebenden katholischen Gläubigen. [1]


Der Kirchenbau

Außenansicht 1927
Außenansicht 1935

Eine wichtige Rolle bei der Errichung der katholischen Kirche in Lautawerk spielte Ferdinand Piontek. Seit 1921 war der katholische Priester Breslauer Domkapitular und Domprediger und hatte eine Ratsstelle im Generalvikariat und im Konsistorium. Nachdem er sich schon längere Zeit für den Bonifatius-Verein engagiert hatte, wurde er 1923 dessen Diözesanleiter.

Für den Bonifatius-Verein reiste Piontek u. a. nach Lautawerk und nach Laubusch.

Am 8. Februar 1924 verhandelte er in Lautawerk wegen der Errichtung einer Kirche und in Erika (später Laubusch) über den Bau einer Kapelle. Die Vereinigten Aluminiumwerke (VAW) sicherten für den Kirchenbau den Bauplatz zu und eine Geldleistung in Höhe von 8.000 Mark. Architekt und Bauleiter des Vorhabens war der VAW-Baudirektor Clemens Simon. Das bestätigt auch Pfarrer Liebelt, indem er schreibt: "Architekt Simon machte die Zeichnung und übernahm die Bauleitung." [2] In Erika wollte die Grube "Ilse" eine Kirchenbaracke errichten.

Am 25. Oktober 1924 war Piontek erneut in der Lausitz. Zunächst informierte er sich in Senftenberg über den Baufortschritt der dortigen katholischen Kirche. Am Nachmittag reiste er weiter nach Hoyerswerda, um sich mit dem Kirchenbau in Lautawerk zu befassen. Die VAW hatten ihren finanziellen Beitrag für das Kirchenbauvorhaben auf 13.000 Mark erhöht und der Bonifatius-Verein Breslau beteiligte sich mit 6.000 Mark. Dennoch verzögerten Schulden die Arbeiten. "Der Bau droht zu stocken, weil die Mittel ausgehen.", schrieb Piontek unter dem 25. Oktober 1924 in sein Tagebuch. "Aber die Lautarer müssen sich selber mehr anstrengen und Pfarrer Kowallek [Hoyerswerda] muß eifriger dahinter sein." [3]

Am 26. Oktober 1924 weihte Ferdinand Piontek in Erika die katholische Barbarakapelle ein.


Über den zeitlichen Ablauf des Baus der Kirche berichtet Pfarrer Liebelt:

"Im Jahre 1924 wurde mit dem Bau der steinernen Kirche begonnen. Die V.A.W. gaben den Bauplatz und einen Geldbetrag von 13 000 Mk. ... In der Gemeinde bildete sich eine Baukommission, die mit größer Rührigkeit Geld für die Kirche sammelte. Viele Arbeiter halfen freiwillig beim Bau. Andere zeichneten sich in eine Liste und versprachen den Wert einer bestimmten Anzahl von Arbeitsstunden. Selbst Kinder halfen, indem sie Ziegeln herbeitrugen. Der Bonifatiusverein spendete zum Bau 6000 Mk.

Gleich zum Anfang des Baues ergab sich eine ungeahnte Schwierigkeit, denn man stieß beim Legen der Fundamente auf einen Graben mit lockerem Erdreich. So mußte dieser tiefer gegraben werden, was viele Kosten verursachte.

Von der ursprünglichen Absicht, das Pfarrhaus unmittelbar an die Kirche zu bauen, kam man ab und so sieht der fertige Bau etwas anders aus, als auf den Zeichnungen, die vorher auf Postkarten verbreitet wurden.

Die feierliche Grundsteinlegung nahm Pfarrer Kowalleck aus Hoyerswerda am 3. Sonntag nach Ostern 1924 (d.i. der 11. Mai 1924, V. P.) vor, und am Weihnachtsfest desselben Jahres hielt er in der Mitternacht das erste hl. Meßopfer in der neuen Kirche (...).

Die veranschlagte Bausumme war um rund 10 000 Mk. überschritten worden."


Pionteks Bemühungen führten dazu, dass im Januar 1925 mit Johannes Liebelt (1889-1963) ein eigener katholischer Seelsorger nach Lautawerk kam. Der in Bunzlau geborene Liebelt hatte 1913 die Priesterweihe erhalten und war tätig in der Erzdiözese Breslau. [4]


Über seine erste Zeit in Lauta berichtet Liebelt:

"Die Arbeiterschaft in Lautawerk war allmählich zu einer Einheit zusammengewachsen. Die Einwohnerzahl betrug etwa 8000.

Da sich 800 Katholiken darunter befanden, war die Bestellung eines eigenen Geistlichen erforderlich. Ende Januar 1925 kam der Verfasser dieses Aufsatzes als erster Seelsorger nach Lautawerk, und zwar als Lokalkaplan von Hoyerswerda mit dem Titel Kuratus.

Er hatte gleich an drei Orten Gottesdienst zu halten: Lautawerk, Erika und Ruhland; in Lautawerk jeden Sonntag, in Erika und Ruhland jeden zweiten Sonntag. Das hatte den Nachteil, daß die Stunde für Lautawerk fortwährend gewechselt werden mußte: am ersten Sonntag um 8 Uhr, am zweiten Sonntag um 7 Uhr, am dritten Sonntag um 10 Uhr, am vierten Sonntag um 7 Uhr. Wer sollte sich das merken!

Später wurde Ruhland dem Seelsorger von Lautawerk abgenommen und durch Hoyerswerda bezw. Senftenberg betreut. Daher ist jetzt nur in Lautawerk und Erika Gottesdienst zu halten."


Franziskusfenster, 1935
Elisabethfenster, 1935

Da das Pfarrhaus noch nicht fertig war, wohnte Johannes Liebelt zunächst für kurze Zeit in der Wohnung des Ehepaars Vogel.

"Ich wohnte bei dem Arbeiter Vogel, der zwei Zimmerchen für den Seelsorger hergegeben hatte. Vater Vogel war der Kirchvater. Mutter Vogel sorgte für den Magen und eine warme Stube. Es blieb aber das Verlangen nach einem eigenen Heim.

Die V.A.W. stellten vorübergehend eine Werkswohnung zur Verfügung, bis das Pfarrhaus gebaut war. Nun konnte meine Schwester kommen. Mit dem Hausrat der Eltern richteten wir uns ein.

Im Herbst 1925 wurde das Pfarrhaus unter Dach gebracht und im Frühjahr 1926 ausgebaut. Das Richtfest wurde in einer Art begangen, die den Maurern noch nicht vorgekommen war, aber es war so schön, daß noch heute manche davon sprechen.

Das Pfarrhaus ist kleiner als andere Pfarrhäuser, aber der Raum ist sehr gut ausgenützt. Wenn ein Schrank nicht über die Stiege gehen wollte, haben wir uns zu helfen gewußt, indem wir ein Stück absägten."


Dass das Pfarrhaus so schnell fertig wurde, war auch dem Bemühen Liebelts zu verdanken, sowohl Geld zur Tilgung der Schulden für den Kirchenbau als auch für die Finanzierung seines künftigen Wohndomizils einzutreiben.

"Da trotz der namhaften Hilfe der V.A.W. und des Bonifatiusvereins Schulden geblieben waren, machte ich mich gleich nach meiner Anstellung daran, Geld zur Schuldentilgung und zugleich zum Bau des Pfarrhauses zu sammeln.

Eine kleine Anzeige, die ich in mehreren Zeitungen erließ, führte mir unbekannte Wohltäter zu. Freilich kamen die Silberlinge anfangs nur spärlich.

Im Jahre 1926 schickte ich zwei Blättchen mit dem Titel ´Bausteine` hinaus. Sie warben neue Freunde und Wohltäter.

Seitdem berichtete ich alle Jahre im ´Baustein` über die Fortschritte der Gemeinde. Die zehn "Bausteine" sind mit Herzblut geschrieben. Wer hineinschaut, spürt es, und so kam fast keiner als verweigert zurück.

Für die Wohltäter haben wir immer gebetet. Bei jeder Gelegenheit habe ich die Gläubigen, besonders die Kinder ermahnt und angehalten, derer zu gedenken, die uns mit Spenden helfen. Viele schickten statt Geld Kleidungsstücke, Bücher, Spielzeug, alten Schmuck."


Am 6. Februar 1926 kam Ferdinand Piontek ein drittes Mal nach Lautawerk. Die katholische Kirche war bereits seit einigen Monaten in Gebrauch. Nach einer Besprechung mit den drei Direktoren der VAW - Max von der Porten, Ernst Rauch und Ernst Leyser - und einem gemeinsamen Frühstück mit ihnen im Kasino des Lautawerkes konnte er für sich ein zufrieden stellendes Ende des Projekts Lautawerk resümieren.

Adolf Kardinal Bertram, Fürstbischof von Breslau, konsekrierte die Kirche am 25. April 1926. Zwei bis drei Wochen später stand auch das Pfarrhaus bezugsfertig zur Verfügung. [5] Die Kirche wurde Josef von Nazaret, Ehemann der Mutter Jesu, geweiht.

"Im Jahre 1926, am 3. Sonntag nach Ostern, kam der Fürstbischof aus Breslau, Herr Kardinal Bertram, nach Lautawerk, um die Kirche, welche bisher nur benediziert war, zu konsekrieren. es war eine große Ehre für uns, daß der Herr Kardinal selber erschien und seine Güte hat uns bezaubert. Mir verlieh er den Titel Pfarrer. Das gab mir in der Verzagtheit großen Mut. So war ich nun sicher, daß ich bleiben durfte, nachdem vorher gemunkelt worden war, daß ich wieder versetzt werden sollte.

Die Glocken, die den Oberhirten begrüßten, waren vor einem Jahr angebracht worden. Ich durfte sie weihen. Eine ist von dem damaligen Direktor der V.A.W. Rauch gestiftet worden.

Die Direktion der V.A.W. hatte sich bereiterklärt, das Festmahl zu richten, denn vom Pfarrhaus standen damals erst die Grundmauern. Während der Fahrt zum Beamtenkasino erhob sich ein Wirbelsturm, der alles in eine riesige Staubwolke hüllte. Man sagt dann hier: ´Die Kippen fliegen.`, d. h. die Abraumhalden geben ihren Staub dem Winde zum Spielzeug. Die kleine Eminenz und wir sahen aus wie die Mohren, so sehr war der Staub in das Innere des Wagens gedrungen. Im Flur des Kasinos mußte erst eine richtige Mohrenwäsche gehalten werden.

Am Nachmittag wurde auch das hl. Sakrament der Firmung gespendet. Es war ein liebes, schönes Bild, die kleine Schar der Firmlinge zu Füßen des Bischofs, der sie väterlich und gütig, ernst und eindringlich zur Treue mahnte."

Mit einer Urkunde vom 2. Februar 1928 wurde Lautawerk zum 28. Oktober 1928 vom Bischof als selbständige Seelsorgestelle (Kuratie) mit eigener Vermögensverwaltung errichtet. Außer Lautawerk umfaßte sie Grube Erika sowie weitere sieben Dörfer (zwei im Kreis Calau, fünf im Kreis Hoyerswerda. "Das entlegenste Dorf ist nur 7 km entfernt. Seitdem ich ein Motorrad habe, spielen die Entfernungen kaum mehr eine Rolle."

Sowohl das äußere Erscheinungsbild der Kirche als auch ihre Innengestaltung sind das Ergebnis des Wirkens von VAW-Baudirektor Clemens Simon. Bislang sind jedoch keine von ihm gefertigte Schriftstücke oder Zeichnungen zu ihrem äußeren Erscheinungsbild bekannt. Deshalb ist auch die in heutiger Zeit getätigte Aussage mit Vorsicht zu behandeln, dass die Kirche "im Stil des Brasilianischen Barock" gebaut worden sei. [6]

Clemens Simons Architektur ist dadurch gekennzeichnet, dass sie gefällig aussehen, innen funktional gestaltet und preiswert zu bauen sein sollte. Für die Außengestaltung griff er zum Teil auch auf Architekturelemente aus anderen Ländern zurück, wie z.B. Niederlande. Vor allem berücksichtigte er jedoch Arbeiten von mit dem Bau von Werkssiedlungen befassten deutschen Architekten. Dazu gehörte Friedrich Zollinger (1880-1945). Das von dem Architekten und Städtebauer entwickelte und nach ihm benannte Zollingerdach nutzte Simon beim Bau der evangelischen Kirche. Auch für die danach gebaute katholische Kirche fand es vermutlich Anwendung.


Inneneinrichtung

Zeichnung Innengestaltung, 3.6.1924

Eine von Clemens Simon am 3. Juni 1924 gezeichnete Innenansicht der Kirche verweist auf seine federführende Rolle bei der Gestaltung des Kircheninneren. Zu sehen sind darauf das Innere des zu errichtenden Bauwerks, ohne Gestühl, aber mit Altarbereich. [7]

Die Kirche verfügte über 200 Sitzplätze.

Zur Weihe der Kirche am 25. April 1926 erhielt die Gemeinde von den VAW ein großes Harmonium, "das uns die Orgel ersetzt".

Weihnachten 1926 schenkte die VAW-Direktion der Gemeinde für ihre Kirche ein buntes Glasfenster. Es stellte den hl. Franz von Assisi dar. Ein zweites Fenster, mit der Darstellung der hl. Elisabeth von Thüringen, kam ebenfalls von der VAW-Direktion zu Weihnachten 1927.

Weihnachten 1927 weihte Pfarrer Liebelt ein Bild des hl. Josef. Es war von der Künstlerin Ruth Schaumann aus München gemalt worden. "Es ist sehr herb", schreibt Liebelt, "und ´gefällt`nicht auf den ersten Blick, aber manche haben mir schon gesagt, daß sie es immer lieber gewinnen, je öfter sie es anschauen." Ein Tischlermeister aus Liegnitz fertigte für das Josefsbild einen Unterbau, den er der Kirche "am Tage des Erstopfers seines Sohnes ... als Dankopfer" gab.

Für den Altar spendete der damalige Generaldirektor der VAW sechs große Messingleuchter. Sie waren, nach Auskunft von Pfarrer Liebelt, in den Werkstätten der "Christlichen Kunst" in München hergestellt worden.

"Eine Wohltäterin aus Liegnitz schenkte ein schönes, altes, barockes Bild der schmerzhaften Mutter. Das fand Platz in der Nische hinter der Kanzel."

Altar mit Kruzifix von Erich Jaekel, 1935

1935 kam das von dem Bildhauer und Bildschnitzer Erich Jaekel aus Glogau 1934/35 geschaffene Altarkreuz hinzu.[8] "Nunmehr nach zehn Jahren", schreibt Johannes Liebelt, "erhält der Hochaltar seine Krönung durch ein lebensgroßes Kreuz". Der älteste Sohn von Erich Jaekel, Erhard Jaekel, vermutet, dass sein Vater den Auftrag für das Altarkreuz auf Vermittlung durch den Pfarrer erhielt. Zumindest habe er verschiedentlich über seine Bekanntschaft mit Johannes Liebelt gesprochen.

Vollständig war die Inneneinrichtung der Kirche, aus der Sicht ihres Pfarrers, damit noch nicht.

"Ein Kreuzweg ist noch nicht da. Wir haben uns immer mit Lichtbildern geholfen. Ernste Männer sagten mir, daß es sehr eindrucksvoll und würdig sei, wie wir den Kreuzweg beten.

Fehlen tut noch manches: Taufstein, Teppich, Kokosläufer gegen die Kälte der Wintermonate, Speisekelch, Herz Jesu-Bild. Aber es schadet nichts; dafür ist gar nichts Kitschiges in unserer Kirche."

Im Verlauf des Jahres 1935 verließ Johannes Liebelt Lautawerk. Sein Nachfolger wurde Paul Swiersy. Bis 1969 war er in diesem Amt tätig.

Am 25. Mai 1945 informierte der Senftenberger Pfarrer Josef Winkler Generalvikar Josef Negwer[9] über den Zustand der katholischen Kirchen im Dekanat Senftenberg. Zu Lautawerk teilte er mit: "Lautawerk meldete sich gestern; Kirche und Pfarrhaus haben durch die Bombenangriffe gelitten." Die Information erhielt Winkler vom Lautawerker Pfarrer Paul Swiersy. [10] Bei den Luftangriffen auf Lauta im März 1945 waren unter anderem die Fenster der Kirche zerstört worden.


Literatur

  • Lautawerk, Kreis Calau (Brandenburg). Ein Rückblick auf das erste Jahrzehnt. Von Pfarrer Johannes Liebelt in Lautawerk. In: Schlesisches Bonifatius-Vereins-Blatt : eine Zeitschrift zur Förderung der Interessen des Bonifatius-Vereins in Deutschland. 76 (1935), Nr. 3, S. 59-68
  • Hartelt, Konrad: Ferdinand Piontek (1878-1963): Leben und Wirken eines schlesischen Priesters und Bischofs, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2008
  • Rüger, Bruno u. a. (Hg.): Gottes vielgeliebtes Unkraut. Pfarrer Johannes Liebelt. Priester der Erzdiözese Breslau und Bruder Christian im Christkönigs-Institut Meitingen, Konstanz um 1980


Referenzen

  1. Vorstehende Angaben nach Chronik der Pfarrei "Heilige Familie " Hoyerswerda.
  2. Lautawerk, Kreis Calau (Brandenburg). Ein Rückblick auf das erste Jahrzehnt. Von Pfarrer Johannes Liebelt in Lautawerk. In: Schlesisches Bonifatius-Vereins-Blatt : eine Zeitschrift zur Förderung der Interessen des Bonifatius-Vereins in Deutschland. 76 (1935), Nr. 3, S. 60
  3. Hartelt, Konrad: Ferdinand Piontek (1878-1963): Leben und Wirken eines schlesischen Priesters und Bischofs, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2008, S. 170
  4. Steinsträsser, Inge: Wanderer zwischen den politischen Mächten: Pater Nikolaus von Lutterotti OSB (1892-1955) und die Abtei Grüssau in Niederschlesien, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2009, S. 317, Anm. 80
  5. Hartelt, Konrad: a. a. O., S. 171
  6. Vgl. dazu: Brasilianischer Barock in Lauta
  7. H. V.: Zu den Arbeiten des Baudirektors Clemens Simon, Lautawerk (Lausitz). In: Moderne Bauformen. Monatshefte für Architektur und Raumkunst, Jg. XXVI, Heft 7/1927, S. 255
  8. Zur Person von Erich Jaekel beachte: Krause, G.: Holzbildhauer Erich Jaekel. Aus einer Glogauer Künstlerwerkstatt. In: Neuer Glogauer Anzeiger, Nr. 1/78, S. 8; Jaekel, Erhard: Erich Jaekel - ein bedeutender Künstler aus Glogau. In: Neuer Glogauer Anzeiger, Nr. 5/2003, S. 10
  9. Hartelt, Konrad: Josef Negwer (1882-1964). Der letzte deutsche Generalvikar des Erzbistums Breslau, Münster 2012
  10. Bendel, Rainer: Vertriebene finden Heimat in der Kirche: Integrationsprozesse im geteilten Deutschland nach 1945, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2008, S. 324