2026
Wasserkrise in der Lausitz?
Cottbus (23.06.26) Cottbus ist Teil der „Boomregion“ Lausitz. So wird es zumindest immer von offizieller Seite betont. Um von den aktuellen gravierenden Problemen abzulenken, hat sich die „Lausitzer Rundschau“ auf das Thema „Wasserlandschaft Lausitz“ verlegt. In ihrer gedruckten Ausgabe vom 23. Juni 2026 titelte sie „Wasserkrise in der Lausitz“ und ging der Frage nach, welche Rolle der im Entstehen begriffene Cottbuser Ostsee zur Verhinderung dieser Krise einnehmen könnte. Das kurzgefasste Resümee des langen Artikels von Kathleen Weser: Hilfe ist von ihm nicht zu erwarten. Denn er ist selbst ein Problem.
Die Autorin verweist in ihrem Beitrag an vielen Stellen auf das Sümpfungswasser und darauf, welche Folgen das Einstellen der Grundwasserabsenkung und der Einleitung dieses Wassers in die Oberflächengewässer haben kann.
Seit über 150 Jahren wird in der Lausitz industriemäßig Kohle abgebaut. Das war verbunden mit einer normen Absenkung des Grundwassers im Bereich der Tagebaue. Gelitten haben dadurch aber auch in der Nähe der Tagebaue liegende Orte und weiter entfernte Regionen. Wie weit die Auswirkungen der Grundwasserabsenkung gingen, ist noch nicht untersucht. Nach Einsttelung des Kohleabbaus wurden die stillgelegten Tagebaue zum großen Teil mit Wasser aufgefüllt. Die Flutung erfolgte in einem Tempo, dass das Wasser keine Zeit hatte, bis in die tieferen Schichten einzudringen und sich über knapp unter der Erdoberfläche befindliche Wasserleiter ausbreitete. Das hatte zur Folge, dass die Fundamente von Häusern unterspült wurden.
Was im Prozess der Rekultivierung und Flutung nie in Betracht gezogen wurde, war, das Wasser nicht an der Oberfläche zu speichern, sondern in großen künstlichen unterirdischen Speicherbecken (Zisternen) mit gesteuerten Ausflüssen zur Wiederherstellung der normalen Grundwasserverhältnisse. Offensichtlich nicht in Betracht gezogen wurde ebenfalls die Einleitung von Sümpfungswasser und gereinigten Abwässern in die historisch gewachsenen Grabensysteme.
Zum Beitrag der LR: Link.