Johann Carl Büttner

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Johann Carl Büttner

Johann Carl (Karl) Büttner (* 2. Juli 1754 in Lauta; † 20. November 1849 in Senftenberg), Arzt, Weltreisender, Stadthistoriker. Verfasser der Chronik der Stadt und des Amtes Senftenberg für die Zeit zwischen 1539 und 1836.

Johann Carl Büttner wurde als drittes Kind des in Lauta wohnhaften Pfarrers Johann Ehregott Büttner und dessen Ehefrau Johanna Christiane geb. Pittius, geboren. Insgesamt gehörten der Familie 11 Kinder an. Er besuchte die Schule in Senftenberg, die zu seiner Zeit unter der Leitung des Rektors Kretzschmar stand. Auf Wunsch seiner Eltern setzte Büttner die Ausbildung am Lyceum in Kamenz fort. Der Kontakt mit dem Amtschirurgen von Kamenz, Kirsten, ließ in ihm den Wunsch reifen, diesen Beruf zu ergreifen. So dass er bei Kirsten eine Lehre aufnahm. Sein Vater hätte ihn gern als Theologen gesehen. Nach Abschluss der Ausbildung in Kamenz kehrte der junge Mann nach Lauta zurück. Er widersetzte sich der Idee des Vaters, die anatomische Ausbildung in Dresden fortzusetzen und ging stattdessen im Jahr 1770 auf Wanderschaft. Nach einem Aufenthalt in Dresden, führte sein Weg ihn weiter nach Prag und von dort nach Wien. Preßburg (heute: Bratislava) war der nächste Aufenthaltsort, von wo er über Komarno nach Ungarn reiste und sich dort in Ofen(heute: Buda, Teil von Budapest) aufhielt. Im von Schwaben bewohnten Ort Ruma in Serbien erhielt Büttner eine Anstellung bei dem Districts-Chirurgen Johannes Leben. Dessen Ehefrau stammte aus Brandenburg-Preußen. Der nächste Aufenthaltsort war Zemlin, heute als Semun ein Stadtbezirk der serbischen Hauptstadt Belgrad. Zu Büttners Zeiten Grenzstadt Südungarns zu Serbien.

Durch Siebenbürgen mit Aufenthalt in Ofen und Wien reiste der Chirurg durch Bayern nach Hamburg. Menschenhändlöer sorgten dort dafür, dass er auf ein Schiff nach Amsterdam kam, von wo aus die Reise nach Amerika weiterging. Ankunftsort war Philadelphia. Für 200 Taler verkaufte der Schiffskapitän Büttner an einen Plantagenbesitzer. Der Versuch einer Flucht aus dem sklavenähnlichen Arbeitsverhältnis mißlang. Über den Eintritt in das von dem preußischen Major von Ortendorff aufgestelltes Freikorps und der Teilnahme am Unabhängigkeitskampf der Amerikaner gegen die Engländer konnte der Deutsche seine Freiheit wiedererlangen. 1783 kehrte er in die sächsische Heimat zurück. seine Mutter war bereits um 1780 verstorben. Der Vater lag krank darnieder. Er starb im Jahr der Rückkehr seines Sohnes, zwei Tage nach dem Wiedersehen mit ihm.

Über die Heirat mit der ältesten Tochter des Senftenberger Amts-Chirurgen Alberti und als Partner desselben arbeitete sich Johann Carl Büttner in diese Tätigkeit ein. Nach Ablegen des Examens als Chirurg in Dresden und nach Eintritt seines Schwiegervaters in den Ruhestand übernahm Büttner dessen Stelle.

1824 verfasste Büttner seine Biographie, die 1828 in zweiter Auflage erschien. Bereits 1827 war eine von dem Senftenberger Oberpfarrer Georg Liebusch verfasste "Chronik der Stadt und des Amts Senfentenberg, umgearbeitet und vervollständigt bis zum Jahre 1539" herausgekommen. Dieser fügte Büttner 1836 den "Anhang zum Auszuge aus der Chronik der Stadt und des Amtes Senftenberg, enthaltend Begebenheiten aus der Zeitperiode von 1539 bis 1836" bei. Im gleichen Jahr trug sich der Senftenberger Amts-Chirurgus mit dem Gedanken, eine Reise an die Wolga zur Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine Sarepta zu unternehmen. Einer seiner Brüder war in dem nahe gelegenen Weiler Omsky als Geistlicher tätig. Ob Johann Carl Büttner die Reise unternahm, ist nicht bekannt. 1849 verstarb er jedoch in Senftenberg, im Alter von 95 Jahren.